Qualität vor Quantität

Gehört hat diesen Spruch vermutlich jeder. Doch hält sich da auch jeder dran? Besonders im privaten Leben greift man lieber zur günstigeren Variante, zumindest geht es mir so. Doch ist das die bessere Wahl? Ich glaube eher weniger.

Im beruflichen Leben sieht das ganze schon etwas anders aus. Firmen, die wachsen und expandieren wollen, kommen früher oder später nicht um das Thema Qualitätsmanagement herum. Qualität kommt von dem lateinischen Begriff „qualis“, der sich mit „wie beschaffen“ übersetzt. Durch die Eigenschaften des Produktes oder der Dienstleistung lässt sich die Qualität bewerten. Ein ähnliches Prinzip findet auch bei dem Qualitätsmanagement statt. Der Begriff ist seit 1972 international genormt und die Grundsätze eines Qualitätsmanagementsystems sind unter anderem die Einbeziehung der Mitarbeiter und die Kundenorientierung.

Das wohl bekannteste Managementsystem ist die DIN EN ISO 9001. Diese stellt die Anforderungen an das Unternehmen dar, die es erfüllen muss, um die gewünschte Zertifizierung zu erhalten. ISO 9001 ist ein Zusammenspiel aus Kundenanforderungen, deren Zufriedenheit, Führung des Unternehmens und der hergestellten Produkte bzw. Dienstleistungen. Vorgänger der 9001 ist die 9004, in der alle Definition und Begrifflichkeiten erläutert sind. Mit der 9004 ist die Weiterentwicklung der 9001 sichergestellt. Unternehmen können sich jedoch nur für 9001 und 9004 zertifizieren lassen.

Ich bin neben der ISO 9001 auch mit SQAS in Berührung gekommen. SQAS steht für Safety & Quality Assessment System und wurde von dem europäischen chemischen Industrieverband (CEFIC) ins Leben gerufen. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Transport und der Lagerung von Gefahrgütern, sowie deren Einfluss auf die Umwelt, die Gesundheit und auf die sozialen Komponenten. Anders als bei ISO erhält das Unternehmen bei SQAS kein Zertifikat, sondern einen detaillierten Bericht über die erfüllten und nicht erfüllten Aspekte. Grundlage dafür bieten unterschiedliche Fragenkataloge, die sich an die Dienstleistungen des Betriebs richten. Während des Assessments geht der Auditor die Fragenkataloge durch und begutachtet zusätzlich das Lager. Am Ende erhält das Unternehmen dann eine Punktzahl. In dem Online-Tool des CEFIC können Kunden oder Interessierte die Punktzahl des Transportdienstleisters einsehen und ihn mit anderen Wettbewerbern vergleichen. Schließlich ist Vertrauen gut, doch Kontrolle ist besser.

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