Studieren in Zeiten von Corona

Ich weiß, ich weiß, das Wort Corona kann keiner mehr hören und alle haben an der Pandemie zu knabbern. Dennoch gibt es einige Menschen, die es härter trifft als andere, dazu zählen auch die Studenten. Gefühlt hat keiner an uns gedacht. Nicht nur, dass die Nebenjobs durch die Schließung der Gastronomie wegfallen, zusätzlich müssen wir uns auch noch mit der neuen Situation der Online-Vorlesungen auseinandersetzen. Das klingt per se erstmal nicht schlecht. Doch grausame Internetverbindung, nicht vorhandene Lernskripte, überforderte Dozenten (von der Motivation von uns Studenten mal ganz abgesehen) sind nur einige Beispiele der Baustellen, die unter anderem der mangelnden Digitalisierung zuzuschreiben sind. 

Angefangen bei der Internetverbindung: Es gibt ein Video im Word Wide Web, dass einen Dozenten aus Singapur zeigt dessen Vorlesung um 18 Uhr begonnen hatte. Kurz nach 20 Uhr fragt er die Studenten ob sie denn noch Fragen hätten. Mit der Antwort „Ihr Bild war seit 18:08 Uhr eingefroren und wir konnten Sie nicht mehr hören.“ hatte er wohl nicht gerechnet. Leider ist das keine Seltenheit. Ein stockender Ton, unabsichtliches Stummschalten und Einfrieren der Power Point Präsentationen zählen zu den regelmäßigen Vorkommnissen. Als Student ist die Verlockung leider dann noch deutlich größer sich mit anderen Dingen zu beschäftigen als sowieso schon. 

Apropos Power Point, Skripte die nicht hochgeladen werden, sorgen nicht für ein fleißiges Mitschreiben, sondern eher für Frustration in der Klausurenphase. Besonders wenn erst nach der Vorlesung bekannt gegeben wird, dass die Folien nicht online verfügbar sind. Schlussendlich können die Dozenten auch nicht nachvollziehen inwieweit wir Zuhörer das jeweilige Thema überhaupt verstanden haben, weil in großen Kursen die Kameras ausbleiben müssen. Da sind wir wieder beim Thema schlechte Internetverbindung. In Präsenz sind die Fragezeichen in den Gesichtern einfach zu identifizieren. 

Aber es gibt auch einige Vorteile. Pendler sparen sich die Fahrzeit, alle Beteiligten sind deutlich flexibler und fällt eine Vorlesung aus, dreht man sich im Bett einfach nochmal um. Auch beim Big C gilt: Nichts ist so schlecht, dass nicht auch etwas gutes daran ist.

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