Ein, zwei, drei, vier Eckstein… Im Online-Mode versteckt sein…?

In der Zeit der Pandemie ist es für viele im Beruf leichter geworden, für viele aber auch anstrengender bzw. mit mehr Stress verbunden. Die Rede ist dieses Mal speziell vom Thema des Unterrichts einer Dozententätigkeit in der Online-Variante.

Beinahe alle Dozentenkollegen/innen sind in diese Schiene zwangsweise hineingerutscht und andere wiederum haben sich dieser Methodik komplett entzogen. Letzteres kann durchaus verstanden werden, denn was häufig nicht gesehen wird ist:

  • Der Aufwand zur Umstellung der eigenen Methodik auf die Online-Variante
  • Das Umstellen/Anpassen der Unterlagen auf ein Online-Konzept
  • Die leider häufig fehlende Unterstützung der Bildungsträger bei der Umstellung
  • Die fehlende Unterweisung zu Online-Tools
  • Die Auswahl von weniger geeigneten Online-Tools seitens der Bildungsträger, wobei bessere für einen ereignisreichen Online-Unterricht eigentlich notwendig wären
  • Die häufig fehlende Beteiligung der Teilnehmer in der Online-Variante

Aus eigener Erfahrung kann ich viele dieser Punkte direkt unterstreichen. Von all diesen Punkte würde ich am ehesten denjenigen mit der fehlenden Bereitschaft/Beteiligung der Teilnehmer in Bezug auf die Verwendung von Webcam und Mikrofon hervorheben.

Es gibt genug Kollegen, die sich wirklich sehr viel Mühe mit dem Online-Unterricht geben, aber es andererseits auch einfach gewohnt sind, die Leute eher im normalen Präsenzfall besser einzubeziehen. Hiervon „lebt“ letztendlich auch der Unterricht. Fehlt alleine schon diese Komponente, dann kann die Moral der gesamten Kohorte rapide sinken.

Als Dozent versuche ich den besten Weg zu finden, um besonders in dieser speziellen Situation meine Teilnehmer und Studenten an ihr Ziel heranzuführen. Wie auch im normalen Alltag, hängt ein guter Unterrichtstag bzw. Vorlesung von vielen Faktoren seitens der Teilnehmenden ab, aber auch von dem Dozenten. Bei dem Dozenten darf dieser sich in der Regel allerdings nicht anmerken lassen, welche Sorgen und Ängste er möglicherweise mitbringt, da ansonsten entsprechende Reaktionen der Teilnehmerseite auf ihn Einwirken und dieses nicht unbedingt zielführend sein wird.

Viele dieser Aspekte sind im Präsenzfall deutlich leichter zu steuern als im Online-Unterricht. Man hört, sieht und riecht die Atmosphäre eines Klassenraums und kann dadurch viel besser die Situation bewerten und darauf eingehen.

Stellt euch einmal für einen kurzen Moment vor, dass ihr vor einer Kamera in einem virtuellen Klassenraum steht und mit Menschen reden müsst, die ihr nicht sehen und/oder hören könnt. Klar ist es auch schwer vor einem Plenum zu stehen, welches man sehen kann, dennoch bekommt man in so einer Runde die Reaktion zu spüren.

In einem virtuellen Raum ohne Gesichter und ohne Stimmen herrscht letztendlich doch nichts anderes außer Dunkelheit und Stille. Und genauso fühlt es sich dann auch an, als ob man in einem Raum eingesperrt ist, in welchem man weiß, dass man die vorgegebene Zeit durchhalten muss, bis man aus diesem dunklen Raum wieder raus darf.

In diesem Sinne bitte ich alle Teilnehmer in Klassenräumen, Kursen, Studiengängen oder was auch immer, unterstützt eure Lehrbeauftragten soweit es geht!

Damit hilft ihr nicht nur der Lehrkraft, sondern auch euren Klassenkameraden. Von der darauf möglich resultierenden Dynamik und Motivation profitieren dann schließlich ALLE!

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